Loslassen mit 50plus – wenn Abschiede zur Chance werden

Loslassen mit 50plus - Frau über 50 blickt am Meer in den Sonnenaufgang

Überarbeitet im März 2026

 

In unserer Lebensmitte werden wir immer wieder mit Abschieden konfrontiert. Egal, ob Kinder ausziehen, sich berufliche Wege verändern oder geliebte Menschen versterben. Warum das Loslassen mit 50plus manchmal so schwer ist und welche Schritte uns dabei helfen können, einen Umbruch als Chance für einen Neuanfang zu verstehen, darum geht es in diesem Artikel.

 

Loslassen mit 50plus fällt nicht immer leicht

Auch mir fällt das Loslassen oft ziemlich schwer. Schon das Verlassen eines liebgewonnenen Urlaubsortes oder das Ausmisten meiner Schränke ist für mich eine echte Herausforderung. Dann werde ich fast ein wenig melancholisch. An vielen Dingen oder Orten hängen Erinnerungen, von denen ich mich nur ungern trenne. Eine Entrümpelung entpuppt sich deshalb schnell als Mammutaufgabe. Nur ein winziger Bruchteil der Kleidungsstücke oder Gegenstände schafft den direkten Weg in den Müllcontainer. Der Rest scheitert an meinen unwiderlegbaren Gegenargumenten und wandert – mindestens bis zur nächsten Entrümpelung – wieder zurück in meine überfüllten Schränke. 

 

Abschiede sind ein fester Bestandteil unseres Lebens

Abschiede begleiten uns zwar unser gesamtes Leben, doch in der Lebensmitte bekommen sie eine völlig neue Qualität. Wir sagen dann nicht nur beiläufig „Lebewohl“ zu Dingen oder Lebensphasen, sondern wir spüren plötzlich die Endgültigkeit dahinter. Ob wir uns von Gegenständen, Beziehungen, geliebten Menschen, Erwartungen, körperlichen Idealen, Situationen oder Lebensjahren lösen, jeder Schritt ist ein hochemotionaler Prozess. Er kann mit positiven Gefühlen wie Erleichterung, Hoffnung und Freude, aber auch mit negativen Gefühlen wie Trauer, Wut, Angst und Schmerz verknüpft sein. Insbesondere an unseren runden Geburtstagen wird uns oft die Vergänglichkeit bewusst. Darüber habe ich auch ausführlich in meinem Beitrag Runde Geburtstage mit 50plus – warum sie uns so sehr bewegen geschrieben.

 

Der Tod naher Angehöriger – ein Abschied für immer

Wenn in unserem Umfeld liebe Menschen versterben, bekommt das Thema Abschied zweifellos eine ganz andere, viel tiefere Bedeutung. Das wurde mir besonders bewusst, als im Sommer 2023 meine Mutter für immer von uns gegangen ist. Am schlimmsten war für mich die Endgültigkeit, der ich mich hilflos ausgeliefert fühlte. Weder Weinen, noch Schreien, noch Flehen oder Beten konnte sie zurückbringen. Ich hatte keine andere Wahl, als das unbegreifliche „Nie wieder“ zu akzeptieren. In diesem Moment wurde mir bewusst, dass Loslassen nichts mit Vergessen zu tun hat, sondern mit der schmerzhaften Akzeptanz von Endgültigkeit.

 

Doch zu lieben, heißt vor allem auch loslassen zu können, jemanden gehen zu lassen, wenn es keine Perspektive mehr für ihn gibt und der Tod zur Erlösung wird. Wir müssen die gemeinsame Vergangenheit hinter uns lassen, uns dem damit verbundenen, furchtbaren Schmerz aussetzen und ihn aushalten. Dies ist ein schwieriger Prozess, mit dem jeder Mensch anders umgeht. Es gibt kein Patentrezept und kein Richtig oder Falsch. 

 

Der unsichtbare Schatz der Erinnerung

Obwohl der Tod eines geliebten Menschen sehr belastend sein kann, beinhaltet er trotzdem eine tröstliche und positive Komponente, die wir nicht unterschätzen sollten. Denn es bleibt einiges von unseren Verstorbenen zurück. Wir tragen es wie einen verborgenen Schatz für immer in unseren Herzen, in unseren Gedanken und Erinnerungen, die uns wie warme Sonnenstrahlen begleiten.

 

Ist jeder Abschied ein Stück weit wie Sterben?

Betrachtet man die Herkunft des Wortes „Abschied“, so stellt man fest, dass es vom alten Wort „Abscheid“ abstammt, das ursprünglich die Bedeutung „Tod“ hatte (vgl. DWDS). 

 

Trotzdem bin ich der Meinung, dass nicht jeder Abschied ein Stück weit wie Sterben ist. Sicherlich kann er mitunter schmerzhaft und verunsichernd sein. Doch häufig beinhaltet er auch etwas Positives, zum Beispiel die Vorfreude auf einen neuen Lebensabschnitt oder einen Neuanfang. Immer, wenn sich an einer Stelle eine Tür schließt, öffnet sie sich an anderer Stelle eine andere. Dann bietet sich mitunter die Möglichkeit, unser Buch des Lebens neu zu schreiben, bewusster zu leben, unsere Lebenszeit intensiver zu genießen, uns weiterzuentwickeln und die Erinnerung an vergangene schöne Dinge aufrechtzuhalten. Nicht jeder Umbruch in der Lebensmitte bedeutet einen endgültigen Verlust. Mit über 50 verfügen wir über etwas, das uns früher oft gefehlt hat: Erfahrung. Und genau diese kann uns dabei helfen, Abschiede nicht ausschließlich als Endpunkt, sondern als Übergang zu begreifen.

 

Wie wir den Wandel als Chance nutzen können

Die Mitte unseres Lebens als Zeit des Umbruchs

Ungefähr ab der Mitte unseres Lebens beginnt bei vielen eine Phase der Selbstreflexion. Dann blicken wir zurück auf unser bisheriges Leben und ziehen Bilanz: Was haben wir erreicht? Welche Träume haben sich erfüllt? Welche Ziele können wir noch erreichen? Und welche müssen wir vielleicht ziehen lassen? Diese Zeit ist sehr oft geprägt von der Suche nach uns selbst und der Frage, wer wir in diesem neuen Lebensabschnitt eigentlich sein wollen. Es ist ein komplexer Prozess, bei dem sich unser Leben plötzlich neu sortiert, sowohl von innen als auch von außen.  

 

Wenn sich das Leben neu sortiert

Bei einigen von uns schleicht sich schließlich ein Gefühl der Unsichtbarkeit ein. Dieses Thema hat mich so bewegt, dass ich ihm den Artikel Unsichtbar mit 50plus gewidmet habe. Vielleicht bemerken wir auch, dass sich unser Körper verändert und mehr Aufmerksamkeit braucht. Möglicherweise stellen wir unsere Ernährung oder sogar unser Aktivitäten- und Freizeitprogramm um. Auch im familiären Umfeld kann es zu Veränderungen kommen. Erwachsene Kinder ziehen eventuell aus dem Haus aus, Eltern werden pflegebedürftig oder versterben, Freundschaften oder die eigene Partnerschaft zerbrechen. Auch im Beruf stellen wir uns oft neue Weichen: Manche Frauen wagen einen kompletten beruflichen Neustart, andere steigen nach der Familienphase wieder voll in den Job ein. Andere Frauen treten beruflich kürzer oder bereiten sich schon auf den wohlverdienten Ruhestand vor. 

 

Loslassen als innerer Prozess

Loslassen mit 50plus - Frau über 50 lässt als Symbol für einen Neubeginn Sand durch die Hände rieseln
Wie Sand zwischen den Fingern – Loslassen mit 50plus bedeutet auch, den Moment zu akzeptieren und das Vergangene gehen zu lassen.

 

  

All diese Dinge haben eine Gemeinsamkeit, sie fordern uns heraus, loszulassen. Jeder Abschied zwingt uns, innezuhalten. Er lädt uns ein, zu prüfen, was wir bewahren und wovon wir uns bewusst lösen möchten. In der Lebensmitte verfügen wir über etwas, das uns früher oft gefehlt hat: Lebenserfahrung. Und genau diese kann uns dabei helfen, Abschiede nicht nur als Verlust, sondern auch als Übergang zu verstehen. Wie sich diese Veränderungen insgesamt auf unser Leben mit 50plus auswirken, habe ich in meinem Artikel Wie sich das Leben mit 50plus verändert – und wie wir unseren eigenen Weg finden beschrieben.

 

Wenn aus einem Ende ein Neuanfang wird

Sicherlich klingt es zunächst frustrierend, wenn wir uns in der Lebensmitte von so vielen Gewohnheiten, Rollen oder vertrauten Lebensumständen verabschieden müssen. Doch jeder Abschied ist auch immer mit der Chance eines Neuanfangs verbunden. Wenn wir den Mut haben, Vergangenes loszulassen, sind wir frei für Veränderungen und können unser Leben nach unseren Wünschen modifizieren oder neu gestalten. Denn dann entsteht Raum für viele neue Dinge, Verbindungen, und Freundschaften, die unser Leben bereichern können. Wie wichtig neue Freundschaften in der Lebensmitte sind und wie wir sie online erfolgreich finden können, erfahrt ihr in meinem Beitrag Freundinnen finden mit 50

 

Mit leichtem Gepäck durchs Ü50 Life – meine persönlichen Impulse

1. Gefühlen Raum geben 

Eine der wichtigsten Lektionen, die mir das Leben erteilt hat, ist, dass man Emotionen nicht wegschieben, sondern annehmen sollte. Gefühle gehören zum Leben dazu und Trauer ist niemals peinlich, sondern menschlich.

 

2. Abschiede bewusst würdigen

Egal, ob eine Ära im Job endet, eine Gewohnheit geht oder ein geliebter Mensch fehlt, mir ist es wichtig, nicht einfach zur Tagesordnung überzugehen. Ein stiller Moment, ein tiefes Gespräch oder ein kleines persönliches Ritual helfen mir dabei, innerlich Frieden mit dem Vergangenen zu schließen, bevor ich den nächsten Schritt gehe.

 

3. Den Blickwinkel ändern

 

Oft zeigt sich das Potenzial einer Veränderung erst auf den zweiten Blick. Nicht jeder Umbruch fühlt sich sofort gut an, aber er schafft fast immer Platz für etwas, das vorher keinen Raum hatte. 

 

4. Kleine Schritte, große Wirkung

Früher dachte ich, ein Neuanfang müsse groß und sichtbar sein. Doch im Laufe der Jahre habe ich die Erfahrung gemacht, dass bereits eine kleine Entscheidung, ein neuer Gedanke, eine neue Priorität oder ein bewusst gesetztes „Nein“ ausreicht, um die Segel anders zu setzen. 

 

5. Der eigenen Lebenserfahrung vertrauen

In stürmischen Zeiten versuche ich mich daran zu erinnern, dass wir mit 50plus in der Regel schon so viel erlebt, ertragen und gemeistert haben, dass wir mittlerweile über eine große Portion Resilienz verfügen, die uns dabei hilft, Krisen zu überstehen. 

 

FAZIT

Abschiede sind ein fester Bestandteil unseres Lebens, doch sie prägen besonders unsere Lebensmitte. Jeder Abschied bietet die Chance eines Neuanfangs. Mit über 50 stehen uns noch alle Türen offen. Wir haben eine große Portion Lebenserfahrung gesammelt und viele unserer Ziele erreicht. Trotzdem sind wir noch jung und fit genug, um neue Wege einzuschlagen und unser Leben nach unseren Vorstellungen zu verändern. Loslassen mit 50plus bedeutet bewusst zu entscheiden, was wir beibehalten und was wir verändern möchten. 

 

Ich wünsche euch Mut, Vertrauen und Zuversicht auf eurem ganz persönlichen Lebensweg.

 

Eure Meinung zählt

Wie erlebt ihr Abschiede in eurer Lebensmitte? – Fällt euch das Loslassen eher schwer – oder entdeckt ihr darin manchmal auch eine neue Freiheit?

Gab es in den letzten Jahren einen Abschied, der euch besonders geprägt hat? Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Gedanken und Erfahrungen mit mir in den Kommentaren teilen würdet. Vielleicht können wir uns gegenseitig ein Stück Mut machen.

 

Herzlichst,

 

Eure Birgit 

Birgit Köster-Schmidt -Autorin von Lifestylegebiet-50plus am Strand bei Sonnenuntergang
Birgit Köster-Schmidt

Über die Autorin: 

Ich bin Birgit, Gründerin von Lifestylegebiet-50plus. Als junggebliebene Frau über 50 schreibe ich über das, was uns in dieser wunderbaren Lebensmitte wirklich bewegt: den Mut zur Veränderung, neue Perspektiven sowie das Leben und die Freiheit ab 50. Mein Ziel ist es, euch mit meinen Impulsen zu ermutigen, diese Phase als Chance zu verstehen und euren eigenen, selbst bestimmten Weg zu gehen. Lasst uns gemeinsam neu durchstarten!

 

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