
Was gibt es Schöneres als mit einer Freundin Freud und Leid zu teilen, einen Mädelsabend beim Italiener an der Ecke zu verbringen oder beim Shopping-Bummel in der Stadt gemeinsam die neuesten Modetrends zu entdecken? Freundschaften zählen für mich zu den wichtigsten Beziehungen in unserem Leben. Sie schenken Nähe, Gemeinsamkeit, Halt, das Gefühl, verstanden zu werden und mit den schönen und auch weniger schönen Momenten des Lebens nicht allein zu sein. Doch manchmal habe ich den Eindruck, dass sich Freundschaften ab 50 verändern, schwieriger und weniger selbstverständlich werden. Vielleicht geht es euch ähnlich? Aber woran kann das liegen? Und was können wir dagegen tun? Was macht eine echte Freundschaft überhaupt aus? Auf diese und weitere Fragen versuche ich in diesem Artikel Antworten zu finden.

Inhaltsverzeichnis
ToggleFreundschaften ab 50 – Was macht eine echte Freundschaft eigentlich aus?
Von der lockeren Bekanntschaft zur echten Freundschaft
Kennt ihr auch das Gefühl, viele Bekannte, aber nur wenige echte Freunde zu haben? Dann seid ihr damit nicht allein! Längst nicht jede Bekannte ist automatisch auch eine Freundin. Trotzdem kann sich aus einer lockeren Bekanntschaft mit der Zeit eine echte Freundschaft entwickeln: Man sieht sich regelmäßig, unterhält sich, entdeckt vielleicht gemeinsame Interessen und irgendwann bemerkt man, dass man über die gleichen Dinge lachen und weinen kann und die Gespräche intensiver und persönlicher werden. Man nimmt immer mehr am Leben der anderen teil und ist auch füreinander da, wenn es mal nicht so gut läuft. So wachsen nach und nach Vertrauen und Verbundenheit, die weit über eine Bekanntschaft hinausgehen.
Merkmale einer echten Freundschaft
Aus dieser wachsenden Vertrautheit entsteht schließlich das, was für mich eine echte Freundschaft ausmacht: gegenseitiges Interesse, Vertrauen, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Loyalität und Wertschätzung. Ich finde es unheimlich wichtig, auf einer ähnlichen Wellenlänge zu liegen, Freud und Leid miteinander zu teilen, sich gegenseitig zu unterstützen und sich auch über die schönen Dinge und Erfolge im Leben der anderen freuen zu können. Mir persönlich kommt es dabei nicht so sehr darauf an, täglichen Kontakt zu haben oder immer einer Meinung zu sein, sondern zu wissen, dass da jemand ist, mit dem mich etwas verbindet, der mich kennt und versteht und für mich da ist, wenn ich ihn brauche.
Wie sich langjährige Freundschaften verändern können
Unsere zwischenmenschlichen Beziehungen haben sich im Laufe der Zeit verändert. Sie sind flexibler, kurzlebiger und oberflächlicher geworden. Wer heute noch an die eine, unerschütterliche Freundschaft vom Sandkasten bis zur Bahre glaubt, erntet oft nur ein müdes Lächeln. Freundschaften finden heute teilweise auch gar nicht mehr live, sondern auf Social Media statt. Es scheint fast so, als würde dort ein einziger Klick genügen, um neue Freundschaften zu schließen – und ein weiterer, um unliebsame Kontakte wieder loszuwerden.
Gelebte Unverbindlichkeit
Doch nicht nur das. Manchmal glaube ich, dass sich im Zeitalter der gelebten Unverbindlichkeit selbst langjährige Freundschaften verändern und insbesondere ab dem 50. Lebensjahr komplizierter werden. Wir halten uns vieles offen, wollen uns nicht festlegen und ziehen uns vielleicht auch zurück, sobald eine Freundschaft unbequem wird oder andere Dinge gerade wichtiger erscheinen. Dann tauchen plötzlich graue Wolken am rosaroten Himmel auf. Das Interesse lässt nach, Kontakte werden unregelmäßiger, Gespräche werden oberflächlicher und auch konfliktreicher. Manche von uns suchen die Ursache hierfür zuerst bei sich selbst, versuchen das Störgefühl zu kompensieren oder als vorübergehend zu bagatellisieren. Sprechen sie das Problem offen an, treffen sie nicht selten auf Schweigen oder Unverständnis.
Eine Freundschaft kann dann sogar komplett zerbrechen – schleichend, abrupt oder auch stillschweigend. Und das ist dann genau der Moment, an dem wir vielleicht zum ersten Mal spüren, dass Freundschaft auch wehtun kann.
Veränderte Lebensumstände
Doch warum verändert sich das, was jahrelang perfekt funktionierte und wie selbstverständlich erschien, ab 50 auf einmal? Ich habe lange darüber nachgedacht, aber nur schwer eine Antwort finden können. Wenn ich an meine eigene Situation denke, fällt mir allerdings auf, dass meine Lebensmitte von sehr vielen Veränderungen geprägt ist. Berufliche und private Herausforderungen, innere Konflikte, gesundheitliche Probleme und familiäre Belastungen fordern ihren Tribut und können sich dann vielleicht auch auf unsere Beziehungen auswirken.
Ebenso kann sich der Stellenwert sozialer Kontakte verändern. Bei einigen führt eine neue Lebensphase zu mehr Freiräumen und einem größeren Bedürfnis, Freundschaften aktiv zu pflegen. Andere hingegen sind beruflich weiterhin stark eingespannt und durch die Pflege der Eltern, Betreuung der Enkelkinder oder andere Verpflichtungen zusätzlich belastet. Ihnen bleibt oft nicht mehr ausreichend Zeit, sich um ihre Freundschaften zu kümmern. Das Interesse kann dadurch nachlassen oder vollständig erlöschen.
Neue Interessen und Prioritäten
Manchmal erfinden wir uns mit 50plus noch einmal komplett neu. Dann verlagern sich unsere Werte, Gewohnheiten und Interessen und weichen möglicherweise von denen unserer langjährigen Freunde ab. Doch wenn wichtige Gemeinsamkeiten fehlen, kann das Fundament einer Freundschaft bröckeln.
Außerdem können sich unsere Ansprüche und Prioritäten verändern. Vielleicht haben wir uns jahrelang für andere aufgeopfert und uns zurückgenommen und möchten uns nun endlich wieder mehr um uns selbst kümmern können, freier und nicht mehr nur für andere da sein.
Wir werden mit zunehmendem Alter auch anspruchsvoller und selektiver und achten stärker darauf, mit wem wir unsere Zeit verbringen möchten. Denn nicht jeder Mensch, den wir in unserer Freizeit regelmäßig treffen, ist automatisch auch ein echter Freund.
Gesellschaftliche Einflüsse
Nicht selten kann auch das gesellschaftliche Klima unseren Umgang mit anderen Menschen beeinflussen. Kriege, Krisen und wirtschaftliche Unsicherheit können Sorgen und Zukunftsängste auslösen und unsere Stimmung erheblich beeinflussen. Wenn ich mich in meinem Umfeld umschaue, beobachte ich zunehmend, dass viele gereizter, unsicherer und stärker mit ihren eigenen Problemen beschäftigt sind als früher. Obwohl uns Freundschaften gerade in schwierigen Zeiten Halt und Zuversicht geben können, macht sich die negative Grundstimmung leider auch dort bemerkbar.
All diese Entwicklungen können Freundschaften beeinflussen und zu Spannungen führen.
Warum Freundschaften so wichtig für unsere Gesundheit sind
Freundschaften sind nicht nur in jungen Jahren, sondern insbesondere auch mit zunehmendem Alter wichtig für unsere Gesundheit. Gerade wenn sich ab unserer Lebensmitte vieles verändert und sich soziale Kontakte verringern, können sie unser Wohlbefinden steigern und dafür sorgen, dass wir uns auch in schwierigen Zeiten nicht einsam und mit anderen Menschen verbunden fühlen. Dabei kommt es nicht nur auf die Quantität, sondern vor allem auch auf die Qualität unserer Beziehungen an. Wie wichtig soziale Verbundenheit gerade ab 50 sein kann, zeigt auch eine Untersuchung des Robert Koch-Instituts auf Grundlage des Deutschen Alterssurveys.
Wenn Freundschaften ab 50 zur Einbahnstraße werden
Aber eine Freundschaft ab 50 kann auch dauerhaft aus der Balance geraten und zu einer Einbahnstraße werden. Insbesondere in unserer Lebensmitte gibt es viele Situationen, in denen wir eine Freundin besonders dringend brauchen. In dieser Phase fühlen wir uns zeitweise überfordert, sind ratlos und sehnen uns nach einem offenen Ohr und ehrlichen Austausch. Eine gute Freundin ist dann oft die erste Ansprechpartnerin für all unsere Sorgen und Nöte. Sie hört uns zu, gibt uns Halt und Trost, steht uns mit Rat und Tat zur Seite und hilft uns somit durch kleine Krisen.

Freundin oder Anlaufstelle in Krisensituationen?
Doch alles hat seine Grenzen. Was passiert, wenn die Probleme einer Freundin immer mehr Raum einnehmen? Wenn selbst das gemeinsame Abendessen beim Italiener an der Ecke plötzlich an Leichtigkeit verliert und sich bleischwer anfühlt? Wenn sich innerhalb der Freundschaft fast alles nur noch um das Leben der einen Freundin, deren Wünsche, Sorgen und Probleme dreht und für die andere kein Raum mehr bleibt? Wenn die eigenen Nöte und Bedürfnisse nicht mehr wahrgenommen oder heruntergespielt werden? Wenn plötzlich alles exakt so laufen muss, wie es sich die andere Freundin vorstellt?
Dann gerät die Freundschaft aus dem Gleichgewicht und entwickelt sich zu einer Einbahnstraße. Aus gegenseitigem Zuhören und füreinander Dasein wird zunehmend eine einseitige Belastung. Das kann bei einer der Freundinnen zu Überforderung, Erschöpfung und dem Gefühl, ausgenutzt und selbst nicht mehr gesehen zu werden, führen.
Von der echten Freundin zur Lückenbüßerin
Eine besonders tückische und schmerzhafte Form der Einbahnstraße ist es, für eine Freundin nur noch eine Lückenbüßerin zu sein. Anfangs scheint alles in bester Ordnung, man freut sich über vertrauensvolle Gespräche, viele Gemeinsamkeiten und unzählige gemeinsame Erlebnisse. Doch dann bemerkt man, dass man auf der Prioritätenliste der Freundin auf einmal ganz weit unten steht. Sie meldet sich nur noch, wenn sie gerade Lust und Zeit hat oder es bei ihr „brennt“ und sie irgendeine Unterstützung benötigt. Mitunter sucht sie auch nur jemanden zum Reden, weil andere Freundinnen keine Zeit für sie haben. Verabredungen werden auch gerne wieder abgesagt, sobald sich für sie bessere Alternativen ergeben haben. Die Erkenntnis, zu einer unverbindlichen Option geworden zu sein, obwohl man selbst sehr viel Zeit und Energie in die Freundschaft investiert hat, ist bitter! Denn wer möchte schon Notnagel im Leben einer anderen sein?
Neid und Missgunst – die Feinde jeder Freundschaft
Hand aufs Herz, ihr Lieben: Wer von euch neidet einer Freundin nicht manchmal deren scheinbar perfektes und sorgloses Leben, das attraktive Aussehen, den Erfolg im Job, die zahlreichen Reisen oder irgendetwas anderes, was ihr vielleicht selbst nicht habt? Ich wette, ein Großteil von euch wird spontan ziemlich empört mit einem „Nein, um Gottes Willen, ich bin doch nicht neidisch und schon gar nicht auf meine Freundin“ antworten! Neid, Missgunst und Konkurrenzdenken gehören schließlich nicht zu den Eigenschaften, mit denen wir uns gerne identifizieren. Wer neidvoll auf andere Menschen blickt, ist häufig mit seinem eigenen Leben unzufrieden und gönnt anderen ihre Erfolge nicht.
Wenn euch Themen wie Selbstwert und Beziehungen im Wandel beschäftigen, findet ihr in meinem Newsletter „Perspektivwechsel“ regelmäßig weitere Denkanstöße dazu.
Neid und Missgunst mit 50plus
Trotzdem sind diese Eigenschaften in unserer Erfolgsgesellschaft weit verbreitet und werden durch Social Media und Co. zusätzlich verstärkt. Mitunter habe ich sogar das Gefühl, dass sie ab 50 vermehrt auftreten, denn dann verändert sich unser Leben. Unterschiedliche Lebenssituationen führen dazu, dass wir uns stärker mit anderen vergleichen, was zu Unzufriedenheit, Neid und Missgunst führen kann. Lest hierzu doch gerne auch meine Beiträge Unzufriedenheit mit 50plus und Unzufriedene Menschen – so gehen wir gelassener mit ihnen um.
Kleine Sticheleien mit großer Auswirkung
Wer so wie ich schon erlebt hat, wie zerstörerisch Neid und Missgunst in einer Freundschaft sein können, der weiß, wie schmerzhaft es ist, wenn sie sich dort langsam und subtil einschleichen. Es beginnt oft mit latenten Sticheleien, kleinen Spitzen oder unterschwelligen Nörgeleien und reicht bis hin zu übergriffigen Bemerkungen. Nicht selten hat man das Gefühl, dass gut gemeinte Ratschläge und Hilfeleistungen bewusst ignoriert oder infrage gestellt werden. Die Freundschaft wird zum emotionalen Minenfeld. Man selbst fühlt sich extrem gestresst und verunsichert, verschweigt das eigene Glück, zensiert jedes Wort, um nur keine Angriffsfläche zu bieten und zieht sich immer weiter zurück. Das alles ist pures Gift für jede Beziehung. Es zerstört Vertrauen und Verbundenheit und kann eine Freundschaft komplett zerbrechen.
Ihr Lieben, wir wissen doch alle, dass niemand von uns frei von Fehlern ist. Aber sollten wir uns, wenn wir einer Freundin die positiven Dinge und Erfolge ihres Lebens nicht mehr von Herzen gönnen können, nicht ehrlich fragen, ob diese Freundschaft wirklich noch die richtige für uns ist?
Was wir selbst für den Erhalt unserer Freundschaften tun können
Freundschaften ab 50 haben oft ihre ganz eigene Dynamik. Sie können wachsen, stagnieren oder sich schließlich sogar komplett auflösen. Doch bevor es zum Äußersten kommt, lohnt sich ein Blick auf das, was wir selbst tun können, um die Verbindung wiederzubeleben und ihr eine zweite Chance zu geben.
Perspektivwechsel
Oftmals tragen wir zu Reibungspunkten in einer Freundschaft mehr bei, als wir es uns selbst eingestehen möchten. Dann ist ein Perspektivwechsel vielleicht der erste Schritt in die richtige Richtung. Deshalb lohnt es sich, unser eigenes Verhalten innerhalb der Freundschaft zu hinterfragen, sobald die ersten Probleme auftauchen:
- Akzeptieren wir, dass unsere Freundin anders denkt und handelt, als wir es uns vorstellen?
- Sind wir bereit, Veränderungen in unserer Freundschaft hinzunehmen, ohne sie gleich infrage zu stellen?
- Hören wir unserer Freundin immer aufmerksam zu und treffen selbst auch immer den richtigen Ton?
- Gönnen wir unserer Freundin ihre Erfolge von Herzen und sprechen ihr Anerkennung und Lob aus oder sind wir manchmal doch ein wenig neidisch?
- Interessieren wir uns aufrichtig für das Leben unserer Freundin oder drehen sich unsere Gespräche nur um uns, unsere eigenen Sorgen und Probleme?
- Sprechen wir Konflikte immer offen an oder neigen wir dazu, sie totzuschweigen?
- Kritisieren wir unsere Freundin, um ihr einen gut gemeinten Rat zu geben oder manchmal vielleicht doch nur, um ihr einen Seitenhieb zu verpassen?
- Können wir Kritik genauso gut annehmen wie austeilen und uns auch dafür entschuldigen, wenn wir unserer Freundin wehgetan haben?
Vielleicht habt ihr euch jetzt selbst dabei ertappt, dass euer Verhalten auch nicht immer korrekt ist? – Das ist absolut menschlich und überhaupt kein Beinbruch. Ganz im Gegenteil: Wer sein eigenes Fehlverhalten erkennt, kann es korrigieren und seiner Freundschaft dadurch eine zweite Chance geben.
Neue gemeinsame Interessen finden
Manchmal verändern sich die gemeinsamen Interessen. Sie sind ein wenig wie das Salz in der Suppe, bringen Abwechslung und halten eine Freundschaft lebendig. Trotzdem müssen wir dann nicht gleich die ganze Freundschaft infrage stellen, sondern einfach neue Aktivitäten ausprobieren. Ein Ausflug, ein Wellnesstag, ein neues Hobby, regelmäßige Mädelsabende oder auch nur ein kleines gemeinsames Ritual können wieder Nähe schaffen. Vielleicht entdecken wir dabei sogar neue Gemeinsamkeiten, die wir bisher noch gar nicht kannten.
Wertschätzung statt Konkurrenzdenken
Konkurrenzdenken kann eine Freundschaft stark belasten. Doch warum fällt es uns teilweise so schwer, unserer Freundin ihre Erfolge zu gönnen? Sie gehört schließlich zu unserem engsten Umfeld! Weshalb gelingt es uns oft nicht, unser Ego auch mal hintenanzustellen und uns aufrichtig mit ihr zu freuen, anstatt die Freundschaft mit Neid- und Missgunstgefühlen zu belasten oder vielleicht sogar zu zerstören? Geteilte Freude ist schließlich doppelte Freude!
Aus Neid Gönnertum zu machen, ist sicherlich nicht leicht, aber es kann eine Freundschaft verändern und wieder mehr Leichtigkeit und Verbundenheit entstehen lassen.
Offene Kommunikation
Man sagt, dass nur redenden Menschen geholfen werden kann. Und genau deshalb ist es so wichtig, miteinander zu reden, sobald Probleme auftauchen. Eine offene Kommunikation ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für funktionierende menschliche Beziehungen. Auch wenn es Ghosting nicht mehr nur beim Dating, sondern mittlerweile auch in Freundschaften ab 50 gibt, ist es dennoch kontraproduktiv, Frust und Enttäuschung herunterzuschlucken und sich wortlos zurückzuziehen. Denn vielleicht brauchen manche Freundschaften gar keinen Neuanfang, sondern nur ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, gegenseitiges Interesse und die Bereitschaft, wieder aufeinander zuzugehen.
Grenzen setzen
Selbst in einer langjährigen Freundschaft dürfen wir Grenzen setzen. Wir müssen nicht alles hinnehmen, sondern dürfen klar äußern, wenn uns etwas zu viel wird, uns Bemerkungen verletzen oder wir das Gefühl haben, dass unsere eigenen Bedürfnisse keinen Platz mehr haben.
Verständnis für die Probleme einer Freundin zu haben bedeutet nicht, dass wir jederzeit als Zuhörerin, Ratgeberin oder Problemlöserin zur Verfügung stehen. Eine gute Freundin sollte akzeptieren können, dass auch wir einmal „Nein“ sagen, Abstand brauchen oder ein Thema nicht weiter vertiefen möchten. Lest hierzu doch gerne auch meinen Beitrag Nein sagen lernen.
Und tschüss – wenn eine Freundschaft zerbricht
Nicht jede Freundschaft begleitet uns ein Leben lang. Manchmal müssen wir erkennen, dass sie nicht mehr passt, alle Versuche, sie wiederzubeleben, gescheitert sind und sich unsere Wege trennen. Gerade bei langjährigen Freundschaften kann das sehr schwerfallen. Wie wichtig Loslassen gerade in solchen Situationen sein kann, könnt ihr auch in meinem Beitrag Loslassen mit 50plus nachlesen.
Doch so traurig das Ende einer Freundschaft oft auch sein mag, es bedeutet noch lange nicht, dass wir für immer allein bleiben müssen. Denn schließlich steht hinter jedem Ende immer auch ein Neuanfang. Nicht nur im Alltag, sondern auch im Internet können wir neue Kontakte knüpfen. Und mit etwas Glück entwickelt sich daraus vielleicht sogar eine echte Freundschaft. Mehr dazu erfahrt ihr in meinem Beitrag Freundinnen finden mit 50 .
FAZIT
Was gibt es Wertvolleres, als zuverlässige Freundinnen an unserer Seite zu haben, mit denen wir uns unterhalten, gute und schlechte Zeiten durchleben, etwas gemeinsam unternehmen, lachen und weinen können? Doch gerade Freundschaften ab 50 können sich verändern, herausfordernd und schmerzhaft werden oder mitunter sogar komplett zerbrechen. Trotzdem sind wir dem nicht hilflos ausgeliefert, denn wir können einiges für die Pflege und den Erhalt unserer Freundschaften tun: unser eigenes Verhalten hinterfragen, offen miteinander sprechen, neue Gemeinsamkeiten entdecken, Wertschätzung zeigen und gleichzeitig unsere eigenen Grenzen ernst nehmen. Und manchmal gehört auch die Erkenntnis dazu, dass eine Freundschaft nicht mehr funktioniert und es Zeit ist, loszulassen.
Eure Meinung zählt
Wie steht ihr zum Thema „Freundschaften ab 50“? Haben sich eure Freundschaften im Laufe der Jahre verändert? Was bedeutet eine echte Freundschaft für euch und welche Erfahrungen habt ihr mit Nähe, Distanz, Neid oder gegenseitiger Wertschätzung gemacht? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen und freue mich, wenn ihr eure Gedanken in den Kommentaren mit mir und den anderen Leserinnen teilt.
Herzlichst
Eure Birgit
Hinweis: Die Bilder in diesem Beitrag wurden mit künstlicher Intelligenz erstellt.
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Über die Autorin:
Ich bin Birgit, Gründerin von Lifestylegebiet-50plus. Als junggebliebene Frau über 50 schreibe ich über das, was uns in dieser wunderbaren Lebensmitte wirklich bewegt: den Mut zur Veränderung, neue Perspektiven sowie das Leben und die Freiheit ab 50. Mein Ziel ist es, euch mit meinen Impulsen zu ermutigen, diese Phase als Chance zu verstehen und euren eigenen, selbst bestimmten Weg zu gehen. Lasst uns gemeinsam neu durchstarten!



Liebe Birgit,
das kann ich alles so bestätigen. Ich muss zugeben, dass ich es nicht auf meiner Bingo-Karte für das älter werden hatte, dass sich Freundschaften in späteren Jahren so verändern können. Das war etwas, wo ich für mich lange gebraucht habe, um das zu verarbeiten und zu akzeptieren. Auch bei mir waren es Neid und Missgunst, die lebenslange Freundschaften haben zerbrechen lassen.
Du hast auch sicherlich Recht damit, dass der Zeitgeist Unverbindlichkeit fördert und das auch Freundschaften tangiert.
Liebe Grüße
Britta
Liebe Britta,
vielen Dank für deinen persönlichen Einblick. Ich glaube, Neid und Missgunst können langjährige Freundschaften besonders schmerzhaft verändern. Und wahrscheinlich braucht es tatsächlich Zeit, solche Veränderungen zu verstehen und zu akzeptieren.
Herzlichst
Birgit