
Überarbeitet im März 2026
Viele Frauen durchleben zurzeit die Wechseljahre und fühlen sich damit ziemlich allein. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass kaum jemand offen darüber spricht – und das, obwohl wir alle früher oder später davon betroffen sind. Das „Tabu Wechseljahre“ scheint immer noch weit verbreitet zu sein. Warum das so ist und weshalb wir das unbedingt ändern sollten, darum geht es in diesem Artikel:
Inhaltsverzeichnis
ToggleTabu Wechseljahre – Was wir über den Wandel wissen sollten
Es wird dringend Zeit, das Tabu Wechseljahre endgültig hinter uns zu lassen. Um darüber offen sprechen zu können, sollten wir aber zunächst verstehen, was die Wechseljahre eigentlich sind und welche hormonellen Veränderungen unseren Körper in dieser Zeit wirklich prägen. Die Wechseljahre sind der Übergang von der fruchtbaren zur unfruchtbaren Phase einer Frau. Dies ist ein langsam fortschreitender Prozess, der sich in der Regel in vier Abschnitte gliedert und von unterschiedlichen Beschwerden begleitet werden kann. Während dieser Zeit stellt sich die Hormonproduktion komplett um. Die Dauer variiert und hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Wenn die Hormone Achterbahn fahren
Was in der Theorie nach einem völlig natürlichen Prozess klingt, fühlt sich in der Praxis oft wie eine unvorhersehbare Achterbahnfahrt an. Mal sind es plötzliche Hitzewellen oder unerklärliche Stimmungstiefs, mal rauben uns quälende Schlafstörungen, plötzliches Herzrasen oder ein diffuser Gehirnnebel die gewohnte Sicherheit. Die hormonelle Umstellung kann uns physisch wie psychisch ordentlich durchschütteln und den Alltag zur Herausforderung machen. Und dabei verläuft diese Reise sehr individuell, während die einen diese Phase mit voller Wucht, fast wie eine „zweite Pubertät“ erleben, haben andere keine oder kaum Beschwerden und fühlen sich pudelwohl in ihrer Haut.
Die vier Phasen des Klimakteriums im Überblick
Die vier Phasen der Wechseljahre können mit unterschiedlichen Symptomen einhergehen. Manche Frauen scheinen sich dessen jedoch nicht bewusst zu sein und assoziieren das Klimakterium ausschließlich mit der Phase der „Menopause“, also dem vollständigen Ausbleiben der Regelblutung. Sie sind oft überrascht, wenn sich schon viele Jahre vorher verschiedene Beschwerden bei ihnen einstellen:
1. Phase: Prämenopause
Die Prämenopause ist die frühe Phase der Wechseljahre, die mit ersten leichten Beschwerden und Zyklusunregelmäßigkeiten einhergehen kann. Sie beginnt ca. ab dem 40. Lebensjahr.
2. Phase: Perimenopause
Nach der Prämenopause folgt die Perimenopause. Sie ist vor allem durch hormonelle Schwankungen gekennzeichnet. In dieser Zeit können sich zunehmend typische Wechseljahresbeschwerden wie z. B. unregelmäßige Monatsblutungen, Schlafstörungen, Gewichtsveränderungen, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Hitzewallungen bemerkbar mach oder auch psychische Beschwerden einstellen.
3. Phase: Menopause

Ungefähr zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr setzt schließlich die Menopause ein. Dies ist der Zeitpunkt der letzten Menstruation. Die Tatsache, von nun an keine Kinder mehr bekommen zu können, kann für einige Frauen psychisch sehr belastend sein. Für andere ist das Einsetzen der Menopause eher ein Grund zur Freude, da sie sich von der monatlichen Menstruation, die oft mit erheblichen Beschwerden und Einschränkungen verbunden ist, befreit fühlen.
4. Phase: Postmenopause
Zwölf Monate nach der letzten Regelblutung beginnt die Postmenopause. Der Hormonhaushalt kommt langsam zur Ruhe und die typischen Wechseljahresbeschwerden lassen allmählich nach. Dennoch können weiterhin gesundheitliche Beeinträchtigungen oder Veränderungen auftreten.
Wir sitzen alle im selben Boot
Dass das Tabu Wechseljahre trotz unserer multimedialen, informationsüberfluteten Welt allgegenwärtig ist, wurde mir besonders bewusst, als ich vor einigen Jahren selbst damit konfrontiert wurde.
Ich hätte mich gerne persönlich mit anderen Betroffenen ausgetauscht. Aber leider wird das Klimakterium oft immer noch unter den Tisch gekehrt. Auch in meinem Umfeld war die Bereitschaft, offen über dieses Thema zu sprechen, nicht sehr ausgeprägt. Dabei sagt man gerade uns Frauen eine hohe Kommunikationsbereitschaft nach. Jedes Wehwehchen und Problemchen wird mitgeteilt und selbst sehr persönliche Details – angefangen von der Geburt der eigenen Kinder bis hin zu anderen intimen Problemen – bilden da oft keine Ausnahme. Nur für das Thema Wechseljahre scheint das nicht zu gelten, dabei sitzen wir früher oder später alle im selben Boot.
Allein gelassen mit Wechseljahresbeschwerden
Meine Recherchen in unterschiedlichen Online-Foren und Social-Media-Gruppen haben mir eines ganz deutlich gezeigt: Ich bin absolut kein Einzelfall. Offensichtlich fühlen sich unzählige Frauen mit ihren Beschwerden im Stich gelassen und unzureichend informiert. Erschreckenderweise ändern daran oft selbst Arztbesuche wenig, da die Zeit für eine ganzheitliche Beratung meist fehlt.
Besonders beim Thema Hormonersatztherapie herrscht große Unsicherheit. Während ihr viele Frauen skeptisch gegenüberstehen, ist auch die oft empfohlene pflanzliche Alternative kein Selbstläufer, da auch sie Risiken bergen kann. Erschwerend kommt hinzu, dass wir in den Medien auf eine Flut an widersprüchlichen oder gar falschen Informationen stoßen. Das Ergebnis? Eine tiefe Ratlosigkeit, die uns in dieser sensiblen Phase zusätzlich verunsichert.
Warum gibt es das Tabu Wechseljahre immer noch?
FAZIT
Mit dem Tabu „Wechseljahre“ muss endlich Schluss sein! Altersbedingte Stigmatisierung und Diskriminierung passen längst nicht mehr in unsere Zeit. Dies geht auch aus einem Handout zur Studie „Altersdiskriminierung“ der Antidiskrimierungsstelle des Bundes hervor. Wir Frauen in und nach den Wechseljahren sind so jung, attraktiv und fit wie nie zuvor (lest dazu auch gerne meinen Artikel Schönheit ist eine Frage der Selbstakzeptanz). Das Einsetzen der Menopause macht noch lange keine greisen Damen aus uns. Es ist ein ganz normaler Lebensabschnitt, für den wir uns nicht schämen müssen, Männer werden schließlich auch nicht jünger…
Zeit für ein neues Selbstbewusstsein
Die Wechseljahre sind ein wichtiger Lebensabschnitt für alle Frauen in den besten Jahren. Sie bringen zwar Herausforderungen und Klischees mit sich, doch wenn wir das Thema nicht länger verdrängen und endlich offen darüber sprechen, gewinnen wir unsere Leichtigkeit zurück. Denn nur durch offene Kommunikation können wir aufklären, das Verständnis in der Gesellschaft verbessern und damit auch anderen betroffenen Frauen helfen, diese Lebensphase leichter zu bewältigen. Wir sollten offen mit diesem Thema umgehen, Fragen stellen, uns austauschen und mit einer großen Portion Selbstbewusstsein, Gelassenheit, Humor und mehr Leichtigkeit durch diese Zeit gehen.
Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, um mutig nach vorn zu schauen und neue Perspektiven zu entdecken. Wenn ihr euch mit persönlichen Veränderungen und Neuanfängen beschäftigen möchtet, findet ihr weitere Inspirationen in meinem Artikel Neue Wege gehen.
Meine Bitte an euch: Schluss mit dem Versteckspiel
Kehrt das Tabu Wechseljahre nicht länger unter den Teppich! Sprecht offen mit euren Freundinnen, eurer Familie, euren Bekannten oder Kolleginnen darüber. Erzählt ihnen von euren Erfahrungen oder tauscht euch in Foren oder Gesprächskreisen darüber aus! Die Zeiten des Versteckspiels sind vorbei. In der heutigen Zeit sind Frauen in und nach den Wechseljahren alles andere als alt. Sie stehen in der Blüte ihres Lebens, sind junggeblieben und stecken voller Power und Lebensfreude.
Eure Meinung zählt
Wie sieht es denn bei euch aus, sprecht ihr offen über eure Wechseljahre oder ist das ein Tabuthema? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Schreibt mir gerne eure Meinung, ich freue mich immer über eure netten Kommentare!
In diesem Sinne wünsche ich euch viel Erfolg auf eurem neuen, tabuärmeren Lebensweg!
Herzlichst,
Eure Birgit
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und Unterhaltung. Ich bin keine Ärztin oder Wissenschaftlerin. Die Inhalte ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Fragen sollte immer ein qualifizierter Arzt konsultiert werden.
Über die Autorin:
Ich bin Birgit, Gründerin von Lifestylegebiet-50plus. Als junggebliebene Frau über 50 schreibe ich über das, was uns in dieser wunderbaren Lebensmitte wirklich bewegt: den Mut zur Veränderung, neue Perspektiven sowie das Leben und die Freiheit ab 50. Mein Ziel ist es, euch mit meinen Impulsen zu ermutigen, diese Phase als Chance zu verstehen und euren eigenen, selbst bestimmten Weg zu gehen. Lasst uns gemeinsam neu durchstarten!


Liebe Birgit,
danke dafür, dass du dich für die Enttabuisierung der Wechseljahre einsetzt. Dieses Weiterreichen des Schweigens müssen wir echt durchbrechen. Damit kommende Generationen von Frauen nicht mehr so unvorbereitet da rein rennen uns sich über alle diese merkwürdigen Symptome wundern und sie nicht zuordnen können.
Liebe Grüße
Liebe Angela, vielen herzlichen Dank für Dein positives Feedback. Es ist für mich eine Herzensangelegenheit mich für dieses Thema einzusetzen. Ich werde zukünftig sicherlich noch weitere Artikel hierzu schreiben. Das Totschweigen der Wechseljahre passt einfach nicht mehr in unsere moderne Zeit, wir müssen offen darüber reden! Dir alles Gute! Herzlichst Birgit