
Botox, Filler und auch Beauty-Ops sind in aller Munde und längst nicht mehr nur bei Promis beliebt. Wir leben in einer nach Perfektion strebenden Gesellschaft und das zeigt sich auch beim Wunsch nach einem makellosen Äußeren. Denn wenn wir schon altern, dann möchten wir wenigstens jung und attraktiv dabei aussehen, oder? Der Beauty-Markt boomt: Egal ob Facelifting, Haartransplantation, Fettabsaugungen oder Brustvergrößerung – erlaubt ist, was gefällt und zum Geldbeutel passt. Manchen ist hierfür kein Weg zu weit und keine Strapaze zu schwer.
In diesem Beitrag möchte ich mich allerdings ausschließlich den kleinen Eingriffen widmen, die bei vielen mittlerweile fast genauso zur Beauty-Routine gehören wie der regelmäßige Friseurbesuch.
Vielleicht kennt ihr auch solche Situationen, in denen ihr frustriert vor dem Spiegel steht und euch maßlos darüber ärgert, dass die Zeichen der Zeit so gemein zu euch sind? – Oder eine Freundin berichtet euch freudestrahlend darüber, dass sie sich viel jünger und frischer fühlt, seitdem sie ihr Gesicht mit Botox und Fillern aufpolstern lässt. – Das sind möglicherweise genau die Momente, in denen plötzlich die Frage im Raum steht: Sind Filler und Botox ab 50 vielleicht auch für mich eine Lösung? Oder sind sie doch eher Fluch als Segen?
So verlockend die Versprechungen der Beauty-Industrie und der Anblick von faltenlosen Gesichtern in den Medien für einige auch sein mögen, solche Behandlungen haben mitunter Nebenwirkungen und sind nicht für jede Frau gleichermaßen geeignet. Genau aus diesem Grund habe ich auch diesen Artikel geschrieben. Vielleicht kann er euch dabei helfen, eure ganz persönliche Antwort auf diese Fragen zu finden.
Inhaltsverzeichnis
ToggleBotox ab 50 – Wenn ein natürlich aussehendes Gesicht plötzlich die Ausnahme ist
Erst kürzlich fand ich in einer seriösen Frauenzeitschrift einen Artikel, der mich nicht mehr losgelassen hat. Demnach sind Botox, Filler und Co. inzwischen so selbstverständlich geworden, dass sich unser Bild von einem „normalen“ Gesicht verschiebt. Doch nicht nur das, angeblich entsteht mittlerweile eine Art Zwei-Klassen-Gesellschaft. Die einen können und wollen es sich leisten mitzumachen, die anderen nicht. Besonders hängen geblieben ist bei mir die Aussage, dass Menschen, die sich bewusst gegen Beauty-Behandlungen entscheiden, aus der Menge herausstechen, weil deren Gesichter sichtbar altern. Autsch – das hat gesessen!
Natürlich tut es gut, auch mit über 50 noch attraktiv und gepflegt auszusehen und körperlich wie geistig fit zu sein. Aber was ist so schlimm an ein paar kleinen Falten? Müssen wir tatsächlich jedem Fältchen den Kampf ansagen oder uns sogar für unser Älterwerden schämen? Wollen wir uns vom allgemeinen Jugendwahn wirklich so weit unter Druck setzen lassen, dass wir demnächst alle mit einem künstlich verjüngten und starren Gesichtsausdruck durchs Leben gehen, nur um akzeptiert zu werden? Oder dürfen wir mit 50plus auch ganz bewusst so bleiben, wie wir sind, und allen Zeichen der Zeit entspannt gegenüberstehen? – Ich finde, wir dürfen! Attraktivität hat kein Verfallsdatum und nicht jeder faltenlose Mensch ist auch automatisch „schön“. Warum wir uns auch mit Falten attraktiv fühlen dürfen, erfahrt ihr in meinem Artikel Attraktiv fühlen ab 50.
Zwischen Hochglanzwelt und Realität
Glaubt man einigen Medien, so scheint spätestens ab 50 ohne Botox und Co. gar nichts mehr zu gehen. Doch zumindest in meinem Umfeld sieht die Realität anders aus. Hier sind nur sehr wenige dazu bereit, sich regelmäßig einer Schönheitsbehandlung zu unterziehen, die über eine „normale“ Kosmetikbehandlung hinausgeht. Der größte Teil verzichtet lieber darauf. Die einen vielleicht aus Überzeugung oder gesundheitlichen Gründen, die anderen, weil ihnen möglicherweise auch die finanziellen Mittel dafür fehlen.
Muss die Zornesfalte wirklich weg?
Ich gebe jedenfalls zu, dass ich bis heute nichts habe machen lassen, kein Botox, keine Filler und auch kein Lifting. – Darauf mein großes „Indianerinnenehrenwort“. Doch manchmal stehe ich tatsächlich vor dem Badezimmerspiegel und frage mich, ob mich meine Zornesfalte so sehr stört, dass ich sie mit einem Nervengift lahmlegen lassen sollte? – Bislang lautet die Antwort eindeutig „Nein“. Aber ob das immer so bleibt? – Wer weiß das schon!
Ich gehöre jedoch auch nicht zu den Menschen, die den Wert einer Person an ihrer äußeren Erscheinung bemessen. Eine hübsche Verpackung ist nett anzuschauen, aber für mich zählt vor allem deren Inhalt. Vielleicht habe ich aufgrund einer Vorerkrankung auch einfach zu viel Respekt vor den möglichen Nebenwirkungen einer solchen Behandlung, vielleicht meint es auch mein Spiegel zurzeit noch zu gut mit mir, um eine solche Entscheidung mit gutem Gewissen treffen zu können oder vielleicht habe ich einfach nur gelernt, auch mal gegen den Strom zu schwimmen und es auszuhalten, zu einer Randgruppe zu gehören.
Doch möglicherweise ist diese Randgruppe auch gar nicht so klein, wie es uns die Medien verkaufen wollen, sondern einfach nur leiser? – Wir dürfen nicht vergessen, dass die gesamte Schönheitsindustrie nicht zuletzt aufgrund solch cleverer Marketingstrategien Umsätze in Milliardenhöhe generiert…
Botox, Filler und Co. – Jede Frau darf – keine muss
Nichtsdestotrotz bleibt es unsere ganz persönliche Entscheidung, ob wir uns für oder gegen Filler und Botox ab 50 entscheiden. Wir sind schließlich selbstbestimmte Frauen und dürfen mit unserem Körper machen, was wir wollen. Deshalb gibt es hier auch kein Richtig oder Falsch. Trotzdem sollten wir uns solchen Behandlungen niemals unterziehen, um den Erwartungen anderer zu entsprechen, sondern immer nur für uns selbst und für unser persönliches Wohlgefühl. Gleiches gilt übrigens auch für die Entscheidung gegen Botox, Filler und Co.
Botox und Filler – was ist eigentlich der Unterschied?
Beide werden oft in einem Atemzug genannt, funktionieren aber völlig unterschiedlich:
Botox – wirkt wie eine Bremse
Das Nervengift Botulinumtoxin unterbricht die Signale vom Nerv zum Muskel, der Muskel entspannt sich, und die Falte darüber glättet sich. Deshalb hilft Botox vor allem bei Mimikfalten, wie etwa bei der Zornesfalte oder den Stirnfalten. Botulinumtoxin ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das auch in der Medizin eingesetzt wird, zum Beispiel gegen Migräne oder gegen übermäßiges Schwitzen.
Filler – wirken wie ein Polster
Filler bestehen in der Regel aus Hyaluronsäure, einem Stoff, den unser Körper selbst bildet und der Wasser bindet. Unter die Haut gespritzt, füllen sie verloren gegangenes Volumen auf, zum Beispiel an den Wangen, den Lippen oder bei tiefen Falten zwischen Mund und Nase.
Besonderheiten bei Fillern und Botox ab 50
Ab 50 wird es übrigens komplizierter: Dann verliert die Haut an Spannkraft und Volumen und es sind mitunter auch im entspannten Gesicht viele Falten zu sehen. Botox allein kann da oft wenig ausrichten, deshalb wird es in diesem Alter häufig mit Fillern kombiniert.
Schönheit mit Nebenwirkungen
Kommen wir nun zum „Kleingedruckten“: Was auf Instagram und Co. gern untergeht, ist die Tatsache, dass selbst kleine Eingriffe keine Kosmetikbehandlung wie jede andere sind. Nach einer Botox-Spritze kann es beispielsweise zu Blutergüssen, Kopfschmerzen oder einem hängenden Augenlid kommen. Bei Fillern warnt die Stiftung Warentest sogar vor seltenen, aber schweren Komplikationen – etwa, wenn das Material versehentlich in ein Blutgefäß gelangt. Außerdem sind Unterspritzungen nicht für jede Frau geeignet. Wer an Vorerkrankungen leidet oder regelmäßig Medikamente einnehmen muss, sollte dies vorher ärztlich abklären lassen. Vor einer Behandlung sollte deshalb erst einmal eine ausführliche Beratung bei einer erfahrenen Fachärztin oder bei einem erfahrenen Facharzt erfolgen.
Und wenn es zu viel wird?
Doch manchmal ist es auch einfach zu viel des Guten. Wird nämlich zu viel Botox gespritzt, so kann das Gesicht starr und maskenhaft wirken. Man spricht dann vom „Frozen Face“. Zu viel Hyaluron-Filler hingegen führt schnell zum aufgepolsterten „Pillow Face“. Beides kommt so häufig vor, dass es uns kaum noch auffällt. Vielleicht ist genau das der Grund, warum sich unser Bild von einem „normalen“ Gesicht verschoben hat.
Botox und Co. – ja oder nein? Diese Fragen helfen bei der Entscheidung
Wenn ihr euch gerade akut mit dem Gedanken beschäftigt, euch einer Beauty-Behandlung zu unterziehen, habe ich ein paar Fragen zusammengestellt, die euch bei der Abwägung der Vor- und Nachteile helfen können:
1. Für wen mache ich das eigentlich?
Lasse ich die Behandlung wirklich aus persönlicher Überzeugung machen? Oder habe ich vielmehr das Gefühl, mit anderen mithalten zu müssen, weil es gerade in ist?
2. Was stört mich wirklich an mir?
Ist es eine bestimmte Falte oder eine andere optische Veränderung, über die ich mich jeden Morgen beim Blick in den Spiegel ärgere? Oder hadere ich eher mit dem Älterwerden an sich? Gegen Letzteres hilft leider keine Spritze. Darüber, dass Schönheit eine Frage der Selbstakzeptanz ist, habe ich bereits einen eigenen Artikel verfasst.
3. Gibt es Alternativen für mich?
Nicht jede Falte braucht gleich eine Spritze. Eine gute Pflege, konsequenter Sonnenschutz, ausreichend Schlaf oder eine professionelle Gesichtsbehandlung bei der Kosmetikerin können schon viel bewirken. Vielleicht lohnt es sich, erst einmal diese Möglichkeiten auszuschöpfen, bevor ihr zur Spritze greift.
4. Kann ich mir das auf Dauer leisten?
Mit einer einzigen Faltenbehandlung ist es leider nicht getan. Botox wirkt in der Regel nur etwa drei bis vier Monate und Filler je nach Produkt ungefähr ein halbes bis eineinhalb Jahre. Wer einmal damit anfängt, muss daher regelmäßig nachspritzen lassen, und das geht auf Dauer ganz schön ins Geld. Wenn man Zornes- und Nasolabialfalten behandeln lässt, kommt man hier schnell auf vierstellige Beträge pro Jahr.
5. Und wenn mir das Ergebnis nicht gefällt?
Bei Botox heißt es dann erst einmal abwarten, bis die Wirkung nach einigen Monaten von selbst nachlässt. Hyaluron-Filler lassen sich zwar wieder auflösen, aber auch das ist ein weiterer Eingriff. Fragt euch deshalb ehrlich: Kann ich damit leben, wenn es anders aussieht als erhofft?
6. Wer behandelt mich?
Die Behandlung mit Fillern oder Botox gehört in die Hände einer erfahrenen Fachärztin oder eines erfahrenen Facharztes für Dermatologie oder Plastische Chirurgie. Eine gute Beratung erkennt ihr übrigens auch daran, dass euch niemand zu etwas überreden möchte.

Botox ab 50? – Manche Falten dürfen einfach bleiben.
FAZIT
Botox und Co. polarisieren. Doch egal, ob man sich dafür oder dagegen entscheidet, ist und bleibt es eine ganz persönliche Sache. Ich für meinen Teil begegne den Zeichen der Zeit vorerst mit Gelassenheit. Denn Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters. In diesem Sinne wünsche ich euch, dass ihr den für euch passenden Weg findet, mit den Veränderungen eures Körpers umzugehen.
Eure Meinung zählt
Und wie seht ihr das? Habt ihr selbst schon Erfahrungen mit Botox und Co. sammeln können oder ganz bewusst darauf verzichtet? Fühlt ihr euch diesbezüglich manchmal unter Druck gesetzt? Ich freue mich auf eure Kommentare!
Herzlichst
Eure Birgit
Die Bilder in diesem Beitrag wurden mit künstlicher Intelligenz erstellt.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und Unterhaltung. Ich bin keine Ärztin oder Wissenschaftlerin. Die Inhalte ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Fragen sollte immer ein qualifizierter Arzt konsultiert werden.
Über die Autorin:
Ich bin Birgit, Gründerin von Lifestylegebiet-50plus. Als junggebliebene Frau über 50 schreibe ich über das, was uns in dieser wunderbaren Lebensmitte wirklich bewegt: den Mut zur Veränderung, neue Perspektiven sowie das Leben und die Freiheit ab 50. Mein Ziel ist es, euch mit meinen Impulsen zu ermutigen, diese Phase als Chance zu verstehen und euren eigenen, selbst bestimmten Weg zu gehen. Lasst uns gemeinsam neu durchstarten!
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