
Es lässt sich nicht mehr leugnen: Das Weihnachtsfest wirft seine Schatten voraus. Viele Weihnachtsmärkte haben bereits ihre Tore geöffnet. In den Innenstädten duftet es verführerisch nach Glühwein, Rostbratwurst und frisch gebrannten Mandeln. Zahlreiche Häuser und Fassaden sind liebevoll geschmückt und beleuchtet und tauchen Städte und Gemeinden in einen sanften vorweihnachtlichen Glanz. In manchen heimischen Backstuben werden eifrig Plätzchen und Christstollen gebacken. Der Duft von Zimtsternen, Vanillekipferln, Spritzgebäck, Pfefferkuchen und Co. weckt Kindheitserinnerungen und holt uns für einen Moment in längst vergangene Zeiten zurück.
Das Fest der Liebe, der Familie und der besonderen Momente naht mit großen Schritten. Für viele Menschen ist die Weihnachtszeit sicherlich die schönste, aber oftmals auch die stressreichste Zeit des Jahres. Wie wir mit 50plus entspannt durch die Weihnachtszeit kommen und sie trotzdem bestmöglich für uns nutzen können, darum geht es in diesem Artikel.
Inhaltsverzeichnis
ToggleWofür steht die Weihnachtszeit? – Eine kleine Erinnerung an das Wesentliche
| Ursprung | Christliches Fest zur Geburt Jesu Christi, das auch Elemente älterer winterlicher Bräuche enthält |
| Datum | Heiligabend (24. Dezember), Weihnachtsfeiertage: 1. Weihnachtstag (25. Dezember) und 2. Weihnachtstag (26. Dezember) |
| Symbolik | Licht, Liebe, Hoffnung, Frieden, Neubeginn, Menschlichkeit. |
| Adventszeit/Vorweihnachtszeit | Umfasst die vier Sonntage vor Heilig Abend und beginnt zwischen dem 27.11. und 03.12.. Symbole/Rituale: Adventskranz mit vier Kerzen, Adventskalender mit 24 Türen, Plätzchen backen |
| Traditionen | Weihnachtsbaum, Geschenke, Festessen, Weihnachtsgebäck, Weihnachtslieder, Weihnachtsmärkte, Basteln |
| Religiöse Elemente | Gottesdienste, Krippenspiele, biblische Lesungen. |
| Kulturelle Bedeutung | Familienzeit, Rituale, Brauchtum – Unterschiede je nach Kultur und Region. |
| Moderne Entwicklung | zunehmende Kommerzialisierung; Mischung aus Tradition, Kultur und Konsum. |
| Werte & Botschaften | Nächstenliebe, Dankbarkeit, Mitgefühl, Frieden, Zusammenhalt. |
Das vermutlich bedeutendste Traditionsfest unserer christlich geprägten Kultur, steht für:
- Verbundenheit mit den Menschen, die wir lieben und ohne die unser Leben ein Stück leerer wäre. Es zeigt uns, dass Nähe kein Geschenkpapier braucht.
- Wärme und Geborgenheit, die wir empfinden, wenn wir abends bei Kerzenschein, eingehüllt in eine kuschelige Wolldecke, mit einer Tasse Tee in der Hand, auf dem Sofa sitzen, während es draußen stürmt und schneit.
- Dankbarkeit für die vielen großen und kleinen unbezahlbaren Geschenke unseres Lebens. Für Dinge, die wir im Alltag oft übersehen, ein lieber Mensch, der uns zuhört und unsere Sorgen mit uns teilt, die Yogastunde, die uns dabei hilft, Körper und Seele in den Einklang zu bringen, ein liebevoller Blick, ein wärmender Sonnenstrahl, ein stiller Moment nur für uns etc.
- Mitgefühl und den Wunsch, anderen etwas Gutes zu tun. Vielleicht durch ein kleines Geschenk, eine Spende an eine charitative Organisation, ein Lächeln, ein liebes Wort, oder einen Anruf, der vielleicht viel mehr bedeutet, als wir denken.
- Hoffnung darauf, dass uns das neue Jahr viele positive Dinge beschert, Türen öffnet, Wünsche erfüllt oder neue Wege bereithält.
Wenn Weihnachten näher rückt – zwischen Vorfreude und innerem Druck
Doch die Wahrheit sieht oft anders aus:
- Wie soll ich das alles nur schaffen?
- Wie erfülle ich die Erwartungen der Familie?
- Was soll ich nur kochen, damit es auch wirklich allen gut schmeckt?
- Hoffentlich finde ich die perfekten Geschenke!
- Und wenn es wieder Streit gibt?
- Warum fühle ich mich zurzeit eigentlich so angespannt?
Wenn die Festtage zur emotionalen Herausforderung werden
Typische Stressfallen in der Weihnachtszeit
1. Perfektionismus
2. Zu viele Verpflichtungen
3. Emotionale Erwartungen
4. Überfüllte To-do-Listen
5. Das Ideal des perfekten Weihnachtsfestes
Die Messlatte bei den Ansprüchen an das ideale Weihnachtsfest liegt hoch. Viel von uns tragen innere Bilder aus Kindheit, Tradition und Medien in uns. Doch entsprechen diese Idealvorstellungen nur selten der Realität, sie sind romantisch, aber oft kaum erreichbar. Auch hier ist Stress vorprogrammiert.
6. Finanzielle Belastung
7. Überfüllte Innenstädte, Verkehrschaos und Parkplatzmangel
Staus, volle Parkhäuser, Gedränge in Innenstädten und Shopping-Centern – das stresst ungemein und kostet Kraft und Energie.
8. Der Jahresendspurt im Beruf
Dieses Problem ist sicherlich vielen Berufstätigen bekannt: Kurz vor den Feiertagen haben viele Unternehmen besonders viel zu tun. Alles muss unbedingt noch bis zum Jahresende fertiggestellt werden.
Die Doppelbelastung durch Jahresabschluss und Weihnachtsstress wirkt wie ein Brennglas.
9. Einsamkeit und schmerzhafte Erinnerungen
Nicht für alle sind die Weihnachtsfeiertage eine durchweg positive Zeit. Viele müssen sie allein zu Hause verbringen. Erinnerungen an frühere Feste, verstorbene Menschen oder vergangene Beziehungen können dann sehr belastend sein.
Meine sieben besten Tipps für entspannte Feiertage mit 50plus
1. Loslassen und Erwartungen reduzieren – weniger ist oft mehr
2. Prioritäten setzen
3. Traditionen verändern
- Vielleicht wünscht ihr euch ein Weihnachtsfest im engsten Familienkreis? Ihr seid es einfach leid, Verwandte der weitläufigen familienhistorischen Peripherie aus dem Nirgendwo zu Gast zu haben, obwohl ihr während des restlichen Jahr nichts von ihnen hört oder seht? Vielleicht treibt euch auch der angeheiratete Cousin dritten Grades aus Kleinkleckersdorf zur Weißglut, der spätestens nach dem zweiten Glas Wein die Contenance verliert und das besinnliche Weihnachtsessen in seine ganz persönliche Show verwandelt?
- Möglicherweise hegt ihr insgeheim sogar den Wunsch, an Weihnachten zu verreisen und euch in einem netten Hotel mitten in den verschneiten Bergen oder in der Karibik verwöhnen zu lassen?
- Oder ihr möchtet euch selber etwas Gutes tun und das Weihnachtsessen in einem Restaurant einnehmen, anstatt stundenlang selbst den Kochlöffel zu schwingen?
4. Aufgaben aufteilen
Wer sagt, dass ihr die Weihnachtsvorbereitungen allein stemmen müsst? Weihnachten ist schließlich das Fest der Familie und der guten Taten. Und Delegieren ist auch keine Schwäche, sondern eine Führungsqualität. Bittet andere Familienmitglieder oder Gäste bewusst um Unterstützung, beispielsweise:
bei der Beschaffung der Getränke,
beim Einkauf der Lebensmittel,
bei der Zubereitung der Speisen (alternativ könnte auch jeder etwas von zu Hause mitbringen),
bei der Besorgung eines Weihnachtsbaums,
bei der Dekoration,
beim Eindecken der Tafel,
etc.
Bei der Planung und dem Einkauf der Geschenke können wir beispielsweise:
Wunschlisten nutzen,
online shoppen,
frühzeitig einkaufen,
etwas Selbstgemachtes verschenken oder
ein Fotoalbum mit gemeinsamen Fotos erstellen,
kleine Aufmerksamkeiten statt Perfektion oder
gemeinsame Erlebnisse statt teurer Dinge verschenken. So verschenken wir etwas ganz Besonderes: „gemeinsame Zeit„, statt Dinge, die später in irgendeiner Schublade verschwinden. Ein gemeinsames Essen im Lieblingsrestaurant, ein gemeinsamer Wellness-Tag, ein gemeinsames Konzert oder ein gemeinsamer Spaziergang mit anschließendem Frühstück stärken die Verbundenheit und reduzieren den Geschenkedruck enorm.
6. Bei Konflikten oder Streit – emotionale Grenzen setzen
An Weihnachten ist das Streit- und Konfliktpotenzial besonders groß. Laut allgemeinen Angaben, wird in einigen Familien zu keinem Zeitpunkt des Jahres so viel gestritten wie zu dieser Zeit. Das ist nicht verwunderlich, denn das Weihnachtsfest ist einerseits mit viel Stress verbunden, welcher oft zu Streit führt. Andererseits werden oftmals Erinnerungen wach und ungelöste oder unausgesprochene Konflikte stehen dann plötzlich wieder im Raum. Wenn euch bestimmte Menschen oder Gespräche stressen, dürft ihr Abstand halten:
Themen wechseln,
Gespräche abkürzen oder
euch aus Situationen herausnehmen.
Innere Distanz schützt eure Energie.
7. Seid liebevoll zu euch selbst
Ihr seid nicht verantwortlich für das perfekte Fest und dürft es so gestalten, wie ihr möchtet. Ihr dürft Fehler machen, Pausen einlegen, Grenzen setzen und eure Bedürfnisse ernst nehmen.
Was ich mit Weihnachten verbinde
Wenn ich an Weihnachten denke, erinnere ich mich gerne an meine Kindheit zurück: an eine friedliche Weihnachtsfeier im Kreise der Familie, an viele Traditionen, an die mit großer Spannung erwartete Bescherung am Heiligen Abend, an leckeres Essen und selbst gebackene Plätzchen. Doch seitdem sind einige Jahre vergangen und die Zeiten haben sich verändert. Genauso wie mein Blick auf die Weihnachtszeit. Sie ist für mich viel mehr als ein festes Datum im Kalender und eine Phase, in der Weihnachtsbäume leuchten und der Handel seine Hochphase erlebt. Für mich ist sie vor allem ein Lebensgefühl, das mich – gerade in dunklen Zeiten wie diesen – dazu einlädt, tief durchzuatmen, innezuhalten und bewusst wahrzunehmen, was mein Leben eigentlich reich macht und mich an die vielen, nicht käuflichen Geschenke zu erinnern, die mir das Leben bisher gemacht hat. Lest hierzu doch auch meinen Bericht „Glück und Glücklichsein- was uns wirklich glücklich macht“.
Mit 50plus entspannt durch die Weihnachtszeit – Glühwein und gebrannte Mandeln – ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt darf in keinem Jahr fehlen
FAZIT
Die Weihnachtszeit ist für viele Menschen die schönste, aber auch die stressreichste Zeit des Jahres. Doch sie muss kein Marathon sein, den wir abgehetzt und erschöpft überstehen. Gerade mit 50plus dürfen wir bewusster wählen, was uns guttut und was wir weglassen können. Wir müssen nicht allen Ansprüchen gerecht werden, nicht jede Tradition weiterführen und nicht alle Bitten erfüllen. Stattdessen dürfen wir Prioritäten setzen, Aufgaben teilen, Erwartungen loslassen und uns selbst denselben liebevollen Raum schenken, den wir anderen einräumen. Wenn wir Perfektion gegen Herzensnähe eintauschen, wird Weihnachten leichter, authentischer und wärmer. Ein Fest, das von Ruhe, Begegnung und kleinen Ritualen lebt – und nicht von To-do-Listen. So wird die Adventszeit nicht zur Belastung, sondern zu einer Einladung: innezuhalten, bewusst zu genießen, alte Muster abzulegen und Platz für das zu schaffen, was uns wirklich wichtig ist.
Eure Meinung zählt
Wie erlebt ihr die Weihnachtszeit? Ist euer Stresslevel in dieser Zeit eher hoch oder niedrig? Habt ihr vielleicht Tipps für uns, wie ihr es schafft, entspannt zu bleiben? Wie und wo verbringt ihr die Weihnachtsfeiertage? Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr eure Erfahrungen und Gedanken im Kommentarbereich mit uns teilen würdet! So können wir uns gegenseitig inspirieren und die Weihnachtszeit noch schöner machen!
Das schönste Weihnachtsgeschenk, das wir uns mit 50plus machen können, ist ein Weihnachten, das zu uns passt – entspannt, liebevoll und wohltuend leicht. In diesem Sinne wünsche ich euch eine wunderschöne und entspannte Weihnachtszeit – ganz nach euren Wünschen und Vorstellungen!
Herzlichst
Birgit


Hallo liebe Birgit , dein Artikel über die Weihnachtszeit hat es auf den Punkt getroffen.
Mein Mann und ich werden uns eine kleine Auszeit am Meer gönnen – viel frische Luft , die Seele baumeln lassen und einfach nur abschalten.
Vielen Dank für deinen ansprechenden Beitrag !
Liebe Grüße Melli
Hallo, liebe Melli,
vielen Dank für Deinen netten Kommentar! Es freut mich sehr, dass Ihr Euch an den Feiertagen eine kleine Auszeit zu Zweit am Meer gönnt! Das ist sicherlich der ideale Ort, um Abstand vom Alltagsstress zu bekommen und die Natur und das Leben zu genießen. Ich wünsche Euch von Herzen ein wunderschönes und entspanntes Weihnachtsfest mit vielen besinnlichen Momenten!
Herzlichst
Birgit