
Neue Freundinnen mit 50 finden? – Für viele von uns ist das längst kein ungewöhnlicher Gedanke mehr und das ist gut so! Leider entstehen Freundschaften heute nicht mehr so selbstverständlich wie früher. Deshalb nutzen viele Frauen Online-Plattformen.
Was auf den ersten Blick unkompliziert wirkt, erweißt sich jedoch oft als überraschend schwierig. Warum Online-Kontakte mit 50 häufig nicht so verlaufen wie erhofft und was wir tun können, um Enttäuschungen zu vermeiden, darum geht es in diesem Artikel.
Bevor wir jedoch auf die Herausforderungen der Online-Suche eingehen, lohnt sich ein kurzer Blick darauf, warum Freundschaft in dieser Lebensphase überhaupt eine so große Bedeutung hat.
Inhaltsverzeichnis
ToggleWarum Freundschaften mit 50plus so wichtig sind
Unsere Lebensmitte ist geprägt von vielen Veränderungen. Dazu gehört leider auch, dass sich unsere Freundeskreise verändern. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Freundschaften zu den wichtigsten Ressourcen in diesem Lebensabschnitt gehören. Ich habe selbst erlebt, wie sehr uns eine gute Freundin durch eine schwierige Phase tragen kann. Was gibt es auch Erfüllenderes, als uns mit einer guten Freundin über Gott und die Welt auszutauschen, ihr ein Geheimnis anzuvertrauen oder uns in schwierigen Situationen gegenseitig Halt und Nähe zu schenken? Echte Freundschaft bedeutet Tiefe, Ehrlichkeit und Offenheit ohne Neid und Missgunst. Aber Freundschaft darf auch mal leicht sein, wenn wir uns gemeinsam einen romantischen Film im Kino anschauen, das 50. Paar Schuhe shoppen, nicht weil wir sie brauchen, sondern weil wir sie unwiderstehlich finden. Einen leckeren Chai-Latte oder Cappuccino in einem plüschigen Café genießen, einen gemeinsamen Wellness-Tag verbringen oder all die großen und kleinen Dinge miteinander teilen, die unser Leben bereichern.

Mit der Lebenserfahrung steigen die Ansprüche
Leider habe ich das Gefühl, dass es immer schwieriger wird, mit ü50 noch genau solche Freundinnen zu finden. Vielleicht, weil sich ab der Lebensmitte einiges in unserem Leben verändert. – Darüber habe ich auch in meinem Bericht „Wie sich das Leben mit 50plus verändert“ geschrieben. Wir bewegen uns seltener in neuen sozialen Umfeldern, sind erfahrener und wählerischer geworden. Vermutlich schauen wir einfach viel genauer hin, mit wem wir unsere Zeit verbringen. Wir haben schließlich gelernt, dass uns oberflächliche Bekanntschaften nicht langfristig tragen und stärken. Und genau das macht die Suche nach neuen Freundschaften anspruchsvoller.
Online oder Offline – wie Freundschaften mit 50plus entstehen
Freundschaften mit 50plus entstehen heute entweder im realen Leben oder durch Online-Kontakte. Beide Möglichkeiten sind jedoch mit einigen Besonderheiten verbunden:
Offline, also im realen Leben, entsteht eine Freundschaft in der Regel ganz spontan. Man sieht sich zum Beispiel regelmäßig im Sportkurs oder beim Sprachunterricht, trifft sich immer wieder zufällig im selben Café oder bei privaten Veranstaltungen und kommt schließlich ins Gespräch. Eventuell bemerkt man, dass man sich sympathisch ist, sich gut versteht, über eine ähnliche Wellenlänge verfügt und über dieselben Dinge lachen kann. Mit der Zeit entwickelt sich so ein gemeinsames Fundament und aus einer lockeren Bekanntschaft kann nach und nach eine echte Freundschaft entstehen.
Online sieht dies etwas anders aus. Hier wird gezielt nach neuen Freundinnen mit 50 gesucht. Zuerst erstellt man ein mehr oder weniger aussagekräftiges Profil auf einem Bekanntschafts-Portal. Anschließend nimmt man entweder selbst Kontakt zu anderen Suchenden auf oder wird kontaktiert. So kommt man sehr schnell mit anderen Frauen ins Gespräch. Trotzdem dient ein solches Portal nur der Kontaktaufnahme. Ob sich daraus eine echte Freundschaft entwickelt, entscheidet sich erst im echten Leben – durch gemeinsame Zeit, Begegnung und Vertrauen.
Online-Kontaktsuche mit 50plus – zwischen Erwartung und Realität
Bekanntschafts-Plattformen werden bei der Suche nach neuen Freundschaften mit 50plus immer beliebter. Einige haben sich mittlerweile sogar auf Nutzer über 50 spezialisiert und sind teilweise kostenlos. Sie versprechen schnelle Erfolge – alles scheint ganz easy zu sein: Profil erstellen – Nachrichten schreiben – und schon beginnt eine wunderbare neue Freundschaft. Soweit die Theorie! Doch, wie ich es immer wieder aus meinem Umfeld höre, sieht die Realität oft ganz anders aus. Nur wenige konnten mir von einer unkomplizierten Online-Freundschaftssuche berichten. Einige haben es mehrfach versucht, sich gefragt, was mit ihnen nicht stimmt und irgendwann resigniert aufgegeben. Aber warum ist das eigentlich so?
Die Illusion vom perfekten Match
Meiner Meinung nach liegt ein wesentlicher Grund darin, dass es vor allem unsere falschen Erwartungen sind, die die Online-Freundschaftssuche mitunter so schwierig machen. Wir suchen nach Freundschaften, die optimal zu uns und in unser Leben passen. Dabei suggerieren uns Kontakt-Portale vielleicht, dass wir genau diese dort finden können. Doch echte Freundschaft entsteht nicht aus Perfektion, sondern aus der gegenseitigen Bereitschaft, einander so anzunehmen, wie wir sind. Wir alle haben Schwächen und Stärken, unterschiedliche Prägungen und Empfindlichkeiten, niemand von uns ist fehlerfrei. Bei Internet-Kontakten genügt mitunter schon ein einziger Satz, eine einzige falsch verstandene Aussage oder eine einzige verspätete Rückantwort für einen sofortigen Kontaktabbruch. Vielleicht liegt die Kunst der Online-Suche gar nicht darin, das perfekte Match zu finden, sondern darin, einige echte Gemeinsamkeiten zu erkennen, kleine Unzulänglichkeiten zu verzeihen und nicht sofort als Ausschlusskriterium zu werten. Genau so machen wir es im realen Leben schließlich auch.
Wo Unterschiede sichtbar werden
Gerade bei der Online-Suche werden Unterschiede oft schneller deutlich als im Alltag. Ohne gemeinsamen Kontext und ohne gewachsene Beziehung treten verschiedene Vorstellungen, Lebensrealitäten und Wertvorstellungen unmittelbarer zutage.
Unterschiedliche Vorstellungen
Die Online-Suche beginnt meist anonym und ohne gewachsenen Kontext. Hier treffen unterschiedliche Vorstellungen von einer Freundschaft aufeinander: Manche wünschen sich eine echte Vertraute, mit der sie auch ihre leisen Gedanken teilen können. Andere suchen vor allem eine Begleiterin für gemeinsame Unternehmungen, Reisen, Kultur oder Sport – ohne allzu große emotionale Tiefe. Wieder andere befinden sich in einer persönlichen Umbruchphase und sehnen sich nach Halt und intensivem Austausch über ihre Sorgen und Nöte – allerdings oft nur vorübergehend, bis sich ihre Lebenssituation wieder stabilisiert hat.
Ungleiche Ausgangssituationen
Auch die Ausgangssituationen sind selten gleich: Die eine hat bereits einen großen Bekanntenkreis, fühlt sich darin aber dennoch nicht gesehen, die andere hat nur wenige Kontakte und sehnt sich nach einer stabilen, verlässlichen Verbindung.
Verschiedene Eigenschaften und Werte
Hinzu kommt, dass die für eine Freundschaft wichtigen persönlichen Eigenschaften und Werte wie Zuverlässigkeit, Offenheit, Verbindlichkeit, Tiefgang, Loyalität und Ehrlichkeit, für jede Frau etwas anderes bedeuten. Vielleicht habt ihr das sogar auch schon einmal erlebt: Ihr freut euch auf ein erstes Treffen, blockiert euch dafür extra den gesamten Nachmittag, doch die andere sagt kurzfristig ab. Für euch bedeutet das Unverbindlichkeit, für die andere war es nur eine spontane Planänderung.
Warum Selbstreflexion der erste Schritt ist
Genau diese unterschiedlichen Vorstellungen, Voraussetzungen und Bedürfnisse erschweren die Entstehung einer Online-Freundschaft zusätzlich. Werden sie nicht offen kommuniziert, entwickeln sich leicht Missverständnisse und Enttäuschungen. Der Kontakt hat sich dann oft schneller wieder erledigt, als er entstanden ist. Wenn wir das zukünftig vermeiden wollen, bietet es sich an, vorher bewusster zu prüfen, ob überhaupt eine gemeinsame Basis vorhanden und der Aufbau einer Freundschaft möglich ist. Hierbei kann Selbstreflexion der erste Schritt in die richtige Richtung sein. Daher sollten wir uns zunächst einige Fragen ehrlich beantworten.
Freundschaft beginnt durch Klarheit – die wichtigsten Fragen an uns selbst:
- Was suche ich eigentlich wirklich? – Eine beste Freundin fürs Leben? Eine Freizeitpartnerin? Eine Vertraute in einer Krisensituation? Oder einfach Nähe, weil ich mich gerade einsam fühle?
- Wie stelle ich mir eine neue Freundschaft konkret vor?
- Welche Eigenschaften bringe ich selbst mit – und welche wünsche ich mir von meiner Freundin?
- Über welche Gemeinsamkeiten sollten wir verfügen?
- Was bin ich bereit zu geben und was nicht?
- Habe ich in meinem Leben überhaupt ausreichend Zeit und Raum, um eine neue Freundschaft aufzubauen?
- Bin ich auch bereit, diese Klarheit offen zu kommunizieren?
Selbstreflexion bedeutet dabei jedoch nicht, die eigenen Ansprüche komplett herunterzuschrauben. Mit über 50 wissen wir schließlich oft sehr genau, was uns wichtig ist. Vielleicht liegt die Schwierigkeit vielmehr darin, zwischen grundlegenden Werten und kleinen Unzulänglichkeiten zu unterscheiden. Nicht jede kleine Abweichung muss gleich ein absolutes No-Go sein. Echte Freundschaft ist schließlich keine Frage von Idealvorstellungen, sondern von Sympathie, Vertrauen, Toleranz und gegenseitiger Wertschätzung.
Kommunikation als Stolperfalle
Doch selbst wenn wir uns über unsere eigenen Erwartungen im Klaren sind und sie offen kommunizieren, bedeutet das noch lange nicht, dass alles automatisch stimmig verläuft. Denn bei Online-Kontakten ist nicht nur das, was wir sagen entscheidend, sondern auch wie es beim Gegenüber ankommt. Und genau hier beginnt eine weitere Herausforderung, nämlich die Art der Kommunikation. Erfolgt sie ausschließlich online, so kommt es durch fehlende Gestik, Mimik und Betonung oft zu Missverständnissen und Fehlinterpretationen. Da man sich in der Regel nicht persönlich kennt, fällt es schwer, Reaktionen und Verhaltensweisen richtig zu deuten. Manchmal genügt schon eine verspätete Antwort oder eine detaillierte Nachfrage, um als desinteressiert oder übertrieben neugierig eingestuft zu werden. Oft werden aus Nachfragen Vorwürfe und aus Unsicherheiten Unterstellungen. Der Ton verändert sich und nicht selten folgt ein Kontaktabbruch.
Wenn Verbindlichkeit fehlt
Zur Realität der Online-Suche gehört leider auch die Tatsache, dass nicht jeder Kontakt die selbe Ernsthaftigkeit mitbringt. Vielleicht habt ihr diese Erfahrung auch schon machen müssen: Man schreibt sich intensiv, plant ein Treffen und plötzlich kommt keine Antwort mehr? – „Ghosting“ ist hier ein häufiges Problem. – Manchmal stellt man auch bei der ersten persönlichen Begegnung fest, dass die Chemie doch nicht stimmt. Solche Erfahrungen lassen sich leider nicht immer vermeiden, doch sie können trotzdem enttäuschend sein. Nicht nur, weil ein Kontakt endet, sondern weil man Zeit, Hoffnung und Offenheit investiert hat. Dennoch sagen sie mehr über die andere Person aus als über unseren eigenen Wert. Und manchmal haben solche Enttäuschungen auch etwas Positives, denn sie sind ein früher Hinweis darauf, dass eine solche Freundschaft niemals tragfähig gewesen wäre. Über das Loslassen von Dingen, die nicht mehr passen, habe ich auch in meinem Beitrag „Loslassen mit 50plus„ geschrieben.

Was helfen kann, wenn die Online-Suche schwierig ist
Nicht jeder Online-Kontakt verläuft so positiv, wie wir es uns wünschen. Auch das gehört leider dazu. Wenn ihr bereits Enttäuschungen erlebt habt oder diese vermeiden möchtet, können euch vielleicht die folgenden Tipps helfen:
- Erwartungen klären: Sprecht frühzeitig darüber, wie ihr euch eine Freundschaft vorstellt und wie viel Zeit ihr investieren möchtet.
- Grenzen setzen und aussprechen: Ihr solltet es deutlich aussprechen, wenn ihr beispielsweise nicht pausenlos erreichbar sein möchtet.
- Kontakt abbrechen, wenn er sich nicht gut anfühlt: Druck und Abwertung haben in einer Freundschaft nichts zu suchen.
- Begegnungen nicht überbewerten: Manche Kontakte passen einfach nicht, ohne dass jemand „schuld“ ist.
- Erwartungen regelmäßig überprüfen: Nicht jede neue Bekanntschaft muss sofort alle eure Vorstellungen erfüllen. Manchmal genügt eine gemeinsame Basis, um zu sehen, ob sich daraus mehr entwickeln kann.
- Negative Erfahrungen nicht verallgemeinern
Lasst euch bei eurer Suche bitte nicht entmutigen. Denn nicht jeder Weg führt sofort zum Ziel. Nicht jede Begegnung ist für die Ewigkeit bestimmt. Letztlich ist es auch nicht entscheidend, ob wir online oder offline suchen, sondern welche Verbindungen uns wirklich glücklich machen und welche nicht. Lest hierzu auch gerne meinen Bericht „Glück und Glücklichsein – Was uns wirklich glücklich macht„.
FAZIT
Meines Erachtens nach kann es sehr bereichernd sein, mit 50 nach neuen Freundschaften zu suchen. Sie sind eine wichtige Ressource in diesem Lebensabschnitt. Freundschafts-Portale im Internet werden daher immer immer beliebter. Trotzdem möchte ich ehrlich zu euch sein. Wie mir einige Frauen aus meinem direkten Umfeld berichtet haben, ist es nicht immer leicht, auf diesem Weg passende Freundinnen zu finden. Denn nicht hinter jedem Kontakt verbirgt sich gleich eine Freundin fürs Leben, nicht jede Verbindung entwickelt sich weiter oder hält dem ersten persönlichen Treffen stand und nicht jede Begegnung trägt. Das kann ganz schön wehtun, denn schließlich investiert man Zeit, Hoffnung und ein Stück Vertrauen. Doch echte Freundschaft kann nicht erzwungen werde. Sie entsteht nicht von heute auf morgen, nicht durch Druck oder perfekte Profile, sondern allmählich durch gegenseitiges Interesse, Vertrauen und Respekt. Vielleicht liegt die Kunst nicht darin, die optimale Freundin zu finden, sondern eine passende – mit Ecken und Kanten, so wie wir selbst auch. Und vielleicht können wir uns mit über 50 darauf verlassen, dass wir heute besser denn je spüren, was uns guttut und was nicht.
Eure Meinung zählt
Was denkt ihr über dieses Thema? Habt ihr schon Erfahrungen bei der Freundinnen-Suche mit 50plus sammeln können? Wie findet ihr Bekanntschaftsportale? Was macht eurer Meinung nach eine Freundschaft mit 50plus aus?
Ich freue mich riesig über eure Gedanken und Anmerkungen in den Kommentaren.
Herzlichst
Eure Birgit
FAQ – Häufige Fragen zur Online-Freundschaftssuche mit 50
Mit 50 bringen viele Frauen klare Vorstellungen von Freundschaft mit. Manche suchen eine enge Vertraute, andere eher gemeinsame Aktivitäten. Werden Erwartungen nicht offen ausgesprochen, entstehen schnell Missverständnisse. Online fehlt zudem der persönliche Kontext, der vieles entschärfen könnte.
Ist es normal, bei der Freundinnensuche enttäuscht zu werden?
Ja, denn nicht jeder Kontakt passt. Unterschiedliche Lebenssituationen, Kommunikationsstile oder Bedürfnisse können dazu führen, dass sich ein Kontakt anders entwickelt als erhofft. Das bedeutet jedoch nicht, dass mit uns etwas nicht stimmt.
Sollte man den Kontakt abbrechen, wenn der Ton respektlos wird?
Wenn Gespräche sich verletzend oder unangenehm anfühlen, ist es legitim, sich zurückzuziehen. Respekt ist die Grundlage jeder Freundschaft – auch online.
Wie finden wir heraus, welche Art von Freundschaft wir wirklich suchen?
Bevor ihr online neue Freundinnen sucht, kann es hilfreich sein, euch selbst diese Fragen zu stellen:
- Suche ich emotionale Tiefe oder gemeinsame Unternehmungen?
- Möchte ich regelmäßigen Austausch oder eher lockere Treffen?
Je klarer ihr euch über eure eigenen Bedürfnisse seid, desto leichter wird es, passende Kontakte zu erkennen.
Lohnt es sich trotzdem, online nach neuen Freundinnen zu suchen?
Ja, denn viele Frauen machen positive Erfahrungen und finden bereichernde Verbindungen. Wichtig ist, realistische Erwartungen zu haben, Grenzen zu respektieren und bei sich selbst zu bleiben.

